Aus den Ressorts

Diskussion über Tagesheimstätten für Senioren hat ernsten Hintergrund

Derzeit werden in den Trauner Tagesheimstätten verschiedene Gerüchte gestreut, eines davon, dass die FPÖ Traun die Schließung einzelner Standorte forciert.

„Hier geht es um die Umsetzung einer Empfehlung des Landesrechungshofes, welcher im Jahr 2014 eine Prüfung der Stadt Traun vornahm. Im Prüfbericht wird auch auf die Tagesheimstätten eingegangen, die unserer Gemeinde einen Verlust von über 200.000,00 EUR verursachen.“, so Seniorensprecher GR Werner Holzinger.

„Auch der städtische Prüfungsausschuss hat sich dem Thema angenommen und eine Prüfung durchgeführt. Jeder Besucher verursacht der Stadtgemeinde Traun Kosten von rund 3000 EUR jährlich, umgelegt auf die Nutzer der einzelnen Tagesheimstätten. Im Prüfungsausschuss sind alle Parteien vertreten und der Prüfbericht wurde von allen Parteien unterzeichnet“, so der Vorsitzende des Prüfungsausschusses GR Herwig Schinkinger. „Die neuen Zahlen für das Jahr 2015 zeigen einen nochmals gestiegenen Verlust auf“, so Schinkinger weiter.

„Jetzt mit haltlosen Gerüchten unter den Senioren im Zuge des Bundespräsidentenwahlkampfes für Aufregung zu sorgen ist billige Polemik wo „Birnen mit Äpfel“ verglichen werden. Den Senioren zu suggerieren, dass bei einem Wahlsieg von FPÖ Kandidat Norbert Hofer die Tagesheimstätten in Traun geschlossen werden, ist nicht nur eine abstruse Behauptung, sondern entbehrt jeder Grundlage“, so GR Herwig Schinkinger weiter.

Schinkinger: „Hier ist keineswegs von Schliessungen die Rede ist, sondern von strukturellen Änderungen. Ich bin der Meinung dass man eine solche Summe pro Person vor den Bürgern nicht verantworten kann. Ganze Vereine müssen mit weniger auskommen. Aber bevor von Schließungen die Rede ist, wird man über die Seniorenvereine den Bedarf erheben müssen. Die Struktur und das Freizeitverhalten der Pensionisten haben sich seit der Eröffnung der ersten Tagesheimstätten vor 40 Jahren entscheidend verändert.“

Hier finden sie den Auszug aus dem Bricht des Landesrechungshofes:

Tagesheimstätten

49.1.     

2012 gab es im Stadtgebiet vier Tagesheimstätten für Senioren (Oedt, St. Dionysen, St. Martin und Traun). 2013 wurde die Tagesheimstätte Traun geschlossen. Die Gebäude der Tagesheimstätten stehen im Eigentum der Stadt Traun. Jede Tagesheimstätte wird von einer verantwortlichen Leiterin geführt, zusätzlich steht pro Standort eine Reinigungskraft zur Verfügung. Die Tagesheimstättenleiterin ist für die Betreuung und für das gastronomische Service zuständig. Die Öffnungszeiten der Standorte sind Montag bis Freitag von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Außerhalb derÖffnungszeiten können die Räumlichkeiten der Tagesheimstätten von Vereinen oder Organisationen gratis oder gegen ein geringes Entgelt genutzt werden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Betriebsergebnisses und der Besucheranzahl der Tagesheimstätten sowie ausgewählte Kennzahlen:

TH

Während das negative Betriebsergebnis der Tagesheimstätten in den Jahren 2010 und 2011 relativ konstant war, verschlechterte es sich im Jahr 2012 um ca. 22.600 Euro. Dies war hauptsächlich auf eine Erhöhung der Personalkosten zurückzuführen. Bezogen auf die Besucheranzahl erhöhte sich das negative Betriebsergebnis stetig von 4,86 Euro im Jahr 2010 auf 7,69 Euro im Jahr 2012.

49.2.

Der LRH anerkennt die Bemühungen der Stadtgemeinde im Bereich der Seniorenförderung. Gleichzeitig merkt er an, dass Traun 2012 jeden Besucher mit durchschnittlich 7,70 Euro unterstützte. Im Lichte des stetig gestiegenen negativen Betriebsergebnisses pro Besucher sieht es der LRH positiv, dass das Angebot von vier auf drei Standorte reduziert wurde. Er empfiehlt jedoch, noch weitere Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Tagesheimstätten zu nutzen, um den Abgang zu verringern. Beispielsweise sollten die Getränkepreise bzw. die Nutzungsentgelte erhöht und die Ausgaben vor allem im Personalbereich reduziert werden. Auch wären weitere Möglichkeiten der entgeltlichen Vermietung der Räumlichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten auszuloten. Aus struktureller Sicht sollte auch eine Zusammenlegung der Tagesheimstätte St. Martin mit dem Volksheim St. Martin überlegt werden.